Zeeland

Es kam alles anders, als ich es mir dachte. Ich fuhr bei wenigen Graden über plus los. Als ich hinter Schaephuysen war, fegte der Wind nur so um sich. Die ersten Boten des Sturmtiefs Nicklas kündigten sich an. Trotz voller Trittleistung schaffte ich nicht mehr als 15 km/h. Normalerweise wäre die 30er-Grenze bei dieser Anstrengung locker überschritten gewesen, aber der Wind drückte mich stark zurück. Zwischendurch ein wenig Regen, aber das war nicht der Rede wert. Ich überlegte nur, "wie soll das erst auf Schouwen-Duiveland wehen, wenn es hier schon so heftig ist?".

 Also entschloss ich mich, den Zug bis Middelburg zu nehmen. Dann hätte ich in Zeeland nur noch 40 statt 75 km. Das erschien mir sinnvoll. Die Kleidung war von der Anstrengung komplett durchgeschwitzt. Im Zug fror ich und zog erst einmal trockene Kleidung an. Kalt war es trotzdem. Das warten auf dem Umsteigebahnhof mit Windzug war sehr unangenehm, aber schließlich kam ich in Middelburg an. Ich fuhr vom Bahnhof und war direkt irritiert. Ich wollte vom Bahnhofsgelände auf die Straße fahren. Dort kam ein Auto. Der Fahrer hielt an. Offenbar für mich. Schnell merkte ich, dass man hier auch ein Verkehrsteilnehmer wie ein Autofahrer ist. In Deutschland mit man höchstens Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse. Höchstens.

Das Fahren war einfacher als gedacht und (zu) früh war ich am Urlaubsort angelangt. Die Receptie hatte noch geschlossen. Ein bisschen warten, dann konnte ich den Schlüssel holen und schon in die gemütliche Ferienwohnung und erst einmal heiß duschen. Prima!

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